Das saarländische Umweltministerium will gemeinsam mit dem Naturschutzbund (NABU) Saar seine Bemühungen um die Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt weiter verstärken. Umweltministerin Anke Rehlinger und der NABU-Landesvorsitzende Ulrich Heintz haben am 26. April 2013 gemeinsam mit der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, ein Projekt gestartet, das die Lebensgemeinschaften der Organismen in Alt- und Tothölzern – in der Fachsprache Alt- und Totholzbiozönosen – im saarländischen Wald untersuchen und fördern soll.

Umweltministerin Anke Rehlinger bei der Vorstellung des Projektes in der SaarForst-Zentrale: „Wenn wir unsere Lebensgrundlagen schützen wollen, müssen wir die Arten-vielfalt erhalten. Dieses Projekt wird uns bei unseren Bemühungen, das Ökosystem Wald zu stärken, wichtige Hilfestellung geben.“
Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz bei ihrem Vortrag: „Aus Naturschutzsicht besonders wichtig ist der Erhalt der wertvollen älteren Buchenwälder von über 160 Jahren. Denn die Alters- und Zerfallsphasen alter Bäume bieten ganz spezielle Strukturen und Lebensräume, auf die viele seltene und in ihrem Bestand gefährdete Arten angewiesen sind“.

Ulrich Heintz, Landesvorsitzender des NABU Saarland: „Die Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte zwingen uns nicht nur nach Kofinanzierungen für Naturschutz-projekte zu suchen, sondern auch die eingesetzten Mittel effizient und nachhaltig für Arten einzusetzen, für die wir gemeinsam eine besondere Verantwortung tragen"
Das 1,9-Millionen-Projekt mit dem langen Namen „Entwicklung und Förderung von Alt- und Totholzbiozönosen durch eine nachhaltige Bewirtschaftungsstrategie in saarländischen Forstbetrieben“ läuft über sechs Jahre. 75 % der Kosten werden über den Fördertopf des Bundesprogramms Biologische Vielfalt (BBV) gedeckt. 15 % finanziert das Land und 10 % der NABU.
Der NABU Saarland als Projektträger wird in den kommenden sechs Jahren in Zusammenarbeit mit dem SaarForst Landesbetrieb, Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten sowie mehreren privaten und kommunalen Forstbetrieben (Städte Blieskastel und Merzig, Gemeinden Tholey und Rehlingen-Siersburg, Stiftswald St. Arnual, Villeroyscher Privatwald und Waldgut Jungenwald) neue Strategien und Managementkonzepte erarbeiten, um den bislang weitgehend unbeachteten Lebensraum Alt- und Totholz in die bestehende Waldbewirtschaftung auf ganzer Fläche zu integrieren. Es geht also nicht darum neue Waldschutzgebiete zu entwickeln oder Flächen aus der Nutzung zu nehmen, sondern eine Vision „Wirtschafts- und Habitatwald 2100“ gemeinsam mit den Waldbesitzern zu etablieren und als neue ordnungsgemäße Waldwirtschaft zu definieren.
Weiterlesen: Umweltministerium und NABU engagieren sich in Zusammenarbeit mit dem SaarForst gemeinsam für den...